Wir tun viel zu wenig, was uns wirklich Freude macht. Wir lachen zu wenig und denken zu viel, wir sprechen und handeln aus dem Kopf statt aus dem Herzen und glauben an das, was wir über uns und das Leben gelernt haben – wie man „richtig“ lebt und „vorbildlich“ und „vernünftig“ und vor allem „normal“.

Wir schenken unwichtigen Dingen oft besonders viel Aufmerksamkeit und vergessen gleichzeitig, eine befreiende Portion Leichtigkeit in den Ernst des Lebens zu bringen. Wir haben Angst davor, aufzufallen, einfach mal anders zu sein und aus Rahmen und Schubladen herauszufallen, die andere für uns gezimmert haben.

Wir verraten und verbiegen uns, um anerkannt und geliebt zu werden, anderen zu gefallen und „dazuzugehören“. Wir sperren uns und unsere Seelen, ohne es selbst zu merken, in enge, einsame Kästchen ein und wundern uns dann, dass wir am Ende des Tages unerfüllt, unzufrieden und mit einem schalen Gefühl der immergleichen Routine zurückbleiben.

Es ist Zeit, anzuhalten, einmal tief durchzuatmen und zu fragen: „Ist das, was ich jetzt gerade tue und wie ich meine Tage verbringe, das, wofür ich in diesem Leben angetreten bin?“

Wann hast du das letzte Mal etwas nur für den Spaß der Sache getan, für die Freude des Moments, wann hast du dich das letzte Mal grenzenlos, wunderschön und eins mit dem Leben gefühlt? Ohne an das „Sinnvolle“ der Tätigkeit zu denken, daran, wozu es gut ist, was es dir einbringt, wie du damit deine Miete oder dein Essen bezahlen kannst? Wann hast du dich das letzte Mal selbst ver-rückt, um dich wiederzufinden und dich genau so zu lieben, wie du wirklich bist?

Ich habe festgestellt, dass ich auf diese Fragen keine guten Antworten hatte. Und dann sind mir voller Sehnsucht doch Momente eingefallen, wo es so war: Als ich Gedichte geschrieben habe. Als ich am Meer saß und kleine Sandtürme gebaut habe. Als ich der Klofrau zugelächelt und ihr einen wunderbaren Tag gewünscht habe. Als ich mit meinen Kindern Fangen gespielt habe, als ich im Regen getanzt und meine Zimmerwand gelb gestrichen habe. Als ich mich als edler Graf verkleidet und dazu Selfies geschossen habe.

Ich habe mich in dem Moment neben der Freude über diese Erinnerungen auch traurig gefühlt – weil mir bewusst geworden ist, wie wenig ich solchen zauberschönen Herzdingen in der letzten Zeit in meinem Leben Platz geschenkt habe.

Daher habe ich mir vorgenommen, ab heute jeden Tag etwas zu tun, was ich noch nie gemacht habe und wozu ich wirklich Lust habe, was mich mit Begeisterung erfüllt und worauf ich mich schon vorher freue. Was mich aus meinem Trott herauskippt, mir ein Grinsen, oder zumindest ein Lächeln, ins Gesicht zaubert. Kleine Dinge, die ich umsetzen kann. Denn allein die Größe, die ich ihnen zumesse, ist entscheidend.

Heute fange ich mit diesem Blogartikel an.

Und du?

Ich lade dich ein, mitzumachen. Was kannst du heute tun (und morgen und übermorgen und all die anderen Tage), was dich aus deiner Komfortzone schmeißt, was dein Herz höher schlagen lässt, worin du ganz aufgehst, die Zeit vergisst und was der Grund dafür ist, dass du abends ins Bett fällst und denkst: „Das war ein richtig guter Tag“?

Schreib es mir!

Lass uns gemeinsam aus Schubladen fallen, eigene lustvoll zusammenbasteln und für kleine Momente die Welt da draußen einfach vergessen. Lass uns das Leben Stück für Stück bunter, lebendiger, lebens- und liebenswerter – und ver-rückter machen!

Ich wünsche dir und mir großartige Erlebnisse, spielerische Freude und kleine und große Wunder, die wir ins Leben holen … 🙂

(c) Foto: Sunny studio