Ein Prominenter und dein Schreiben?

Diese Verbindung mag dir zunĂ€chst vielleicht komisch vorkommen … 😉

Lass mich erklÀren:

Immer wieder werde ich gefragt: „Wie schaffe ich es, in den Schreibfluss zu kommen / meinen Roman weiter- bzw. zu Ende zu schreiben / mich endlich regelmĂ€ĂŸig zum Schreiben hinzusetzen?“

Ich möchte dir zwei grundlegende Anregungen dazu geben. Heute kommt die erste, die zweite in ein paar Tagen.

Also, dein erster Schreibimpuls heute heißt: Karl Lagerfeld. 😀

Ich habe normalerweise wenig bis gar keinen Bezug zu diesem Herrn, aber eines finde ich großartig an ihm: Er hat ja mal sehr stark abgenommen (ich glaube, die Zahlen liegen bei 42 Kilogramm in 13 Monaten). Hinterher ist er gefragt worden, wie er das geschafft habe – und Karl Lagerfeld hat sinngemĂ€ĂŸ geantwortet: „Im Grunde ist es ganz einfach. Ich habe drei Dinge beherzigt: Ich habe mir erstens ein konkretes Ziel gesetzt. Ich habe mir zweitens Mittel und Wege bereitgelegt, dieses Ziel zu erreichen. Das wichtigste war jedoch der 3. Schritt: Als ich mich einmal dazu entschieden habe, habe ich danach nicht mehr mit mir darĂŒber diskutiert.“

FĂŒr diesen dritten Satz liebe ich Karl Lagerfeld.:-)

Im ĂŒbrigen können wir alle drei Aspekte perfekt aufs Schreiben anwenden:

a) Ein konkretes Ziel setzen. Das kann sein: „Ich setze mich jede Woche dreimal eine Stunde an meinen Laptop und schreibe.“ Oder: „Ich hole jede Woche eine meiner alten Kurzgeschichten hervor und ĂŒberarbeite sie, sodass ich am Ende des Jahres ein Buchmanuskript zusammen habe.“ Oder: „Ich schreibe jeden Tag genau eine Seite an meinem Roman.“ (So in etwa haben Ernest Hemingway und Thomas Mann ĂŒbrigens Literatur-Nobelpreise gewonnen. 😉 )

b) Mittel und Wege festlegen. Das können beim Schreiben sein: „Ich schaffe zeitlichen Platz in meiner Woche, trage meine drei Stunden Schreibzeit in den Kalender ein und stelle mir mein IPhone jeweils auf Erinnerungsruf.“ Oder: „Ich gebe den Stapel Kurzgeschichten meinem Partner/meiner Partnerin und bitte ihn/sie, mir jede Woche eine zu geben und auf Vorlesen der ĂŒberarbeiteten Version zu bestehen.“ Oder: „Ich stelle jeden Tag meinen Wecker 30 Minuten eher und schreibe eine Seite. Danach gönnen ich mir eine Belohnung, zum Beispiel ein leckeres FrĂŒhstĂŒck.“ Oder: „Ich schließe mich einer Schreibgruppe in einem Ort / im Internet an und lasse mir dort regelmĂ€ĂŸig Feedback geben.“

c) Sich festlegen: Wenn du dich entschieden hast, zu schreiben, dann schreibe. Punkt. Behandle deine Schreibzeit wie eine heilige Verabredung mit dir selbst. RĂ€ume ihr oberste PrioritĂ€t ein und weiche davon nur in Ă€ußersten NotfĂ€llen ab (Wohnung brennt, Erdbeben startet, dein Kind ist in Not o.Ă€.). Gib dir selbst das Commitment (ich mag diesen englischen Begriff sehr gerne), dass du es wirklich tust. Frage dich: Was bin ich mir wert? Wie viel Bedeutung messe ich meinen eigenen WĂŒnschen und BedĂŒrfnissen zu? Wie wichtig ist mir das Einhalten meines Versprechens an mich?

Wenn wir an den offenbar mit sich und der Welt zufriedenen Karl Lagerfeld zurĂŒckdenken – und an entsprechende eigene Erfahrungen im Leben – dann wissen wir, dass es kaum etwas Großartigeres gibt, als das zu erreichen, was wir uns von Herzen wĂŒnschen.

Vielleicht hast du Lust, deine Erfahrungen zu teilen – wie du ins Schreiben kommst, was dir guttut, wie du es durchhĂ€ltst, wie du ein Schreibprojekt erfolgreich beendet hast?

Ich freue mich auf deinen Bericht!

Herzlich,

Stefan

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